Waffenaufbewahrung auf einen Blick

waffenaufbewahrung_uebersicht1. Langwaffen sind mindestens in Behältnissen der Sicherheitsstufe A, Kurzwaf- fen mindestens in Behältnissen der Sicherheitsstufe B aufzubewahren. Alle Waffen vollständig entladen!

2. Schusswaffen und dazugehörende Munition sind grundsätzlich getrennt aufzubewahren (zum Beispiel Waffen im Hauptfach, Munition im Innenfach eines A- oder B-Schrankes), außer in einem Behältnis der Sicherheitsstufe 0 und darüber sowie im B-Innenfach eines A-Schrankes. Bei separater Verwahrung ist die Munition in einem Stahlblechschrank ohne Klassifizierung mit Schwenkriegelschloss oder in einem gleichwertigen Behältnis zu verwahren. Wann ein Behältnis „gleichwertig“ ist, ist nicht festgelegt.

3. Waffen und Munition, die nicht zu einander passen, müssen nicht von einander getrennt werden, zum Beispiel B- Schrank: Im Innenfach die Kurzwaffen und die Munition für Langwaffen, im Hauptfach die Langwaffen und die Munition für Kurzwaffen (über Kreuz).

4. Berechtigte Personen in häuslicher Gemeinschaft dürfen ihre angemeldeten Waffen in ein und demselben Behältnis aufbewahren (Jäger/Jäger oder Schütze/ Schütze in gemeinsamer Wohnung mit „gleichem Erlaubnissniveau“). Eine gemeinsame Waffenbesitzkarte ist nicht erforderlich.

5. Anstelle der Aufbewahrung in einem Waffenschrank ist auch eine andere gleichwertige Verwahrung zulässig, zum Beispiel in einem vergleichbar gesicherten Raum, der dem Stand der Technik entspricht (mit Tresortür, widerstandsfä- higen Wänden, Fenstergittern u. ä.).

6. Den Beweis für die ordnungsgemäße Verwahrung muss der Waffenbesitzer erbringen, zum Beispiel, dass sein vor 1995 erworbener Waffenschrank den Anforderungen an die Klassifizierung A oder B nach VDMA 24992 (Stand Mai 1995) tatsächlich entspricht. Vorsicht bei ausländischen Produkten, da bei ihnen die Angaben oft nicht mit dem tatsächlichen technischen Stand übereinstimmen.

7. Wer erlaubnispflichtige Schusswaffen und Munition besitzt oder erwerben will, muss deren sichere Aufbewahrung nachweisen, bei Ersterwerb bei Antragstellung (z. B. durch Vorzeigen des Liefer- scheines oder des Tresors).

8. Der Waffenbesitzer muss einem Bediensteten der Waffenbehörde Zutritt zu den Räumen gestatten, in denen die Waffen und Munition aufbewahrt werden. Wohnräume dürfen gegen seinen Willen nur zur Verhütung dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit betreten werden (z. B. Gefahr einer Straftat oder eines Suizids mit Waffen, Hantieren mit Waffen in betrunkenem Zustand).

9. Auf Schießstätten und in Gasthöfen/Hotels sind Schusswaffen und Munition „unter angemessener Aufsicht“ vollständig entladen zu verwahren (zum Beispiel unmittelbar „am Mann“) oder durch „sonstige erforderliche Vorkehrungen“ gegen ein Abhandenkommen oder un- befugte Ansichnahme zu sichern (zum Beispiel durch Beaufsichtigung, Aufbewahrung in einem Transportbehältnis, Entfernung eines wesentlichen Teiles, zum Beispiel Schloss, oder Anbringung einer Abzugsverriegelung), sofern ein Waffenschrank nicht zur Verfügung steht. Möglichst mehrfach sichern! Geplant: Das kurzfristige Zurücklassen im Hotelzimmer ist erlaubt, wenn die Waffe und die Munition in einem Transportbehältnis oder in einem Schrank verschlossen aufbewahrt werden.

10. Ein Zurücklassen der Waffe oder Munition im verschlossenen Fahrzeug ist grundsätzlich keine sichere Aufbewahrung, auch nicht, wenn der Hund im Auto bleibt oder das Fahrzeug gegen Diebstahl gesichert ist. Anders ist es, wenn man sich in der Nähe des Fahrzeugs aufhält, es ständig im Blick hat und auf Grund der Nähe jederzeit eine Entwendung verhindern kann. Geplant: Bei nur kurzfristigem Verlassen des Fahrzeugs (zum Beispiel Essen, Tanken, Einkaufen, Schüsseltreiben) genügt es, wenn Waffen und Munition im Fahrzeug so verschlossen werden, dass „keine Rückschlüsse auf die Art des Inhalts erkennbar sind“.

11. Der Schlüssel zum Waffenschrank muss sich stets in der alleinigen Gewalt/Kontrolle des Berechtigten befinden, damit bei seiner Abwesenheit kein Nichtberechtigter Zugriff auf die Waffen und Munition nehmen kann. Deshalb muss sich der Schlüssel entweder „am Mann“ befinden oder so sorgfältig aufbewahrt werden, dass nach Lage der Dinge objektiv ein unbefugter Zugriff vernünftiger Weise ausgeschlossen ist. Ein Anhängen am Schlüsselbrett, ein Ablegen auf den Esstisch oder in einer unverschlossenen Schublade reicht keinesfalls aus. Auch Familienmitglieder dürfen keine Zugriffsmöglichkeit auf den Schlüssel und damit auf die Waffen/Munition haben, sonst liegt ein unsorgfältiges Verwahren und unerlaubtes Überlassen an einen Nichtberechtigten vor, selbst wenn dieser von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht hat. Folge: Straftat und Unzuverlässigkeit. Daher ideal: Zahlenschloss oder Fingerabdruckverschluss oder Ver- wahrung des Schlüssels in einem Kleintresor der Sicherheitsstufe B mit einem solchen schlüssellosen Verschluss.

12. Die nicht ordnungsgemäße Aufbewahrung von Waffen oder Munition stellt eine Straftat dar und begründet ebenfalls die Unzuverlässigkeit des Waffenbesitzers. Folgen: Freiheitsstrafe oder Geldstrafe und Verlust von Jagdschein und Waffenbesitzkarte, die Waffen sind an einen Berechtigten abzugeben oder unbrauchbar zu machen. Der Jagdpachtvertrag erlischt, der Verpächter kann Schadensersatz verlangen.
13. In „nicht ständig bewohnten Gebäuden“ (zum Beispiel Jagdhütte, Wochenendhaus, Ferienwohnung) dürfen bis zu drei Langwaffen in einem Waffentresor mit Widerstandsgrad I oder darüber aufbewahrt werden, keine Kurzwaffen.

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